Wenn …
- man nicht vor Schreck zusammenzuckt, bloß weil man wieder eine Mail von irgendeiner Staatsanwaltschaft wegen angeblicher Raubkopien bekommen hat (und sich auch nicht brav den angehängten Virus runterladen möchte)
- man nicht unbedingt auf eine aktuelle Markt- und Markenkenntnis im Bereich Psychopharmaka, Muskelrelaxanzen und anderen Dingen, die auf “-epam” enden, angewiesen ist
- man keine Überweisungen oder Aktiengeschäfte mit Briefkastenfirmen in Uganda, Timbuktu, Liberia oder Pössneck tätigen will
- man gar kein Passwort und gar keine TAN hat, die man auf Phishing-Seite der Volks- und Raiffeisenbank preisgeben könnte
- man nicht so kuhäugig ist zu glauben, die GEZ würde sparsam (oder gar sinnvoll) mit den eingetriebenen Gebühren umgehen und E-Mails statt der bekannten Briefe in vierfacher Ausfertigung verschicken
- man weder von der unfreiwilligen Defloration Minderjäriger noch von kopulierenden Pferden oder urinierenden weiblichen Wesen ab Alter zehn hoch zwei erotisch berührt wird
- man entweder nur keine Lust hat, sich auf einen “Unpaid Item Dispute” bei eBay einzulassen oder man tatsächlich guten Gewissens ist, die letzten drei Monate nichts dort gekauft zu haben
- man sowieso nie Poker spielt, weil man damals bei Mau-Mau schon immer verloren hat
- man sich trotz der etwas zu kalten morgentlichen Dusche auch vorm ersten Kaffee nicht von den unzähligen “Enlargement”-Angeboten persönlich angesprochen fühlt
- man Photoshop schon hat
- Word nicht braucht
- und wenn man seine Nachbarin (jedenfalls die von oben) wirklich, wirklich nicht unbekleidet sehen möchte …
Dann …
… ist die Kontrolle des Spam-Ordners die reine Zeitvergeudung.
Trotzdem. Nach einigen unangenehmen Erfahrungen mit meiner (jetzt nur noch privat genutzten) AOL-Adresse - Dort werden die meisten Spam-Mails ohne Benachrichtigung oder Möglichkeit der Einflussnahme gelöscht, und das ist gar nicht gut, wenn echte Post dabei ist - blättere ich bei der gunnart.de-Adresse den ganzen Schrott lieber vorsichtshalber regelmäßig durch. Schnell durch.
Und erfreulicherweise geht das auch wirklich schnell, denn der rechte Zeigefinger kann auf der “Entf”-Taste bleiben. Klack, klack, klack - fertig.
(Stimmt ja, okay. Klack, klack, klack, klack, klack, klack, klack klack … und wenn in der Zwischenzeit nicht wieder drei Mal neuer Müll angekommen wäre, dann noch und noch und noch mal: Klack, klack, klack - fertig.)
Zeitvergeudung? Richtig. Aber man weiß ja nie. Und wenn ich nicht “nie” wüsste, würde ich nie wissen, dass ich nicht nur “nie”, sondern auch Folgendes nicht weiß:
Was will man mir hier eigentlich verkaufen?!

Zeitvergeudung? Richtig. Aber ich nehm am besten gleich mal zwölf Stück. Man weiß ja nie.
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