Auf der Suche nach einem Shop-System, das ohne viel Konfiguration und Vorarbeit auch für “kleine” Verkaufsseiten geeignet und nicht die berühmte “Kanone auf Spatzen” ist, bin ich auf CubeCart von der Firma devellion gestoßen. Zwar ist auch dies System eher für größer angelegte Projekte gedacht - was mich aber zu einer Testinstallation bewegt hat, war der nahezu tabellenfreie und sehr aufgeräumte Quellcode des Demo-Shops auf der Hersteller-Seite.

 

Erster Eindruck:

Datenbank-Prefix: Bei der Installation kann man eine “Vorsilbe” für die entstehenden Datenbank-Tabellen angeben, so dass es kein Problem ist, mehrere Shops mit nur einer Datenbank zu betreiben.

Ordentlich: Das BackEnd sieht sehr viel aufgeräumter aus als das von xt:Commerce (also nicht so ein endlos langes Menü auf der linken Seite)

Flexibel: Bei den Versandkosten gibt es ein Modul, das ich bei xt:Commerce vermisse - “Versandkosten nach Kategorie” - Damit dürfte sich z.B. das Problem lösen lassen, das auf xt:Commerce-User zukommt, die neben “ganz normalen” Artikeln auch solche haben, die beispielsweise nur per Spedition verschickt werden können.

Praktisch: Mit einem Klick kann man den kompletten Shop offline setzen bzw. vorübergehend “verstecken” - nützlich, wenn man am Updaten, Arbeiten, Ausprobieren oder Umgestalten ist. Dabei kann man auswählen, ob Administratoren den Shop weiterhin “sehen” dürfen.

Eventuelle Nachteile will ich hier nicht verschweigen - ich weise aber darauf hin, dass ich noch nicht lange genug mit dem Shop herumexperimentiert habe, als dass ich mit Sicherheit sagen könnte “klappt tatsächlich nicht”.

Nicht so praktisch: Okay, lange hab ich mich noch nicht mit dem Shop beschäftigt, aber ich habe keine Funktion gefunden, mit der man Artikel kopieren kann.

Gewöhnungsbedürftig: Artikeloptionen (wie beispielsweise “Größe M, Größe L, Größe XL”) können nicht in einer selbstgewählten Reihenfolge angezeigt werden, es wird scheinbar “zwangsweise” nach dem Alphabet vorgegangen.

Problematisch: Das Verhalten bei der Berechnung der Steuer. Wie es scheint, wird der Preis inklusive der Steuer erst im Warenkorb angezeigt.

 

Zusammenfassung:

Vielversprechend. Der erste “Schnell-Drüber-Guck”-Eindruck ist jedenfalls ausgesprochen positiv. Insgesamt ist der Funktions-Umfang umfassend und scheint den verbreiteten Systemen wie xt:Commerce oder osCommerce durchaus ebenbürtig. Angenehm sind die Such- und Filterfunktionen, die im BackEnd vor den Auflistungen von Kunden, Bestellungen, Artikeln etc. zur Verfügung gestellt werden. Schön ist außerdem, dass bei nicht-vorhandener Artikel-Abbildung ein Ersatzbild angezeigt wird - Das kann man bei xt:Commerce nur durch Änderungen an etlichen Template-Dateien erreichen.

Wie systemseitig mit Steuersätzen verfahren wird, erfordert (zumindest auf den ersten Blick) die ein oder andere Nachbesserung, aber ein echtes “Urteil” erlaube ich mir dazu noch nicht. Zumindest kann man auch bei CubeCart zusätzlich zum Standard MwSt-Satz einen ermäßigten Satz einrichten. Wünschenswert wäre noch eine Möglichkeit, unterschiedliche Kundengruppen mit verschiedenen Berechtigungen oder mit pauschal für die jeweilige Gruppe gültigen Preisnachlässen anzulegen (”Stammkunden-Vorteil” oder Ähnliches).

Was ebenfalls nachgerüstet werden sollte: Die deutliche Kennzeichnung von Artikeln, die nicht jugendfrei sind - Wer beispielsweise Computerspiele verkaufen möchte, braucht eine solche Möglichkeit, denn in dem Bereich wird gerne abgemahnt.

Kostenpunkt: Kostenlos. Nur die Entfernung des Copyright-Hinweises kostet derzeit 69,95 US$.